way back home
Etwas verspätet, aber doch, nachdem in Dubai der Upload nicht geklappt hat. Hier ein Ausschnitt aus den letzten Stunden fern der Heimat…
Und da sitzen wir nun. Knappe 6 Monate später. Am Flughafen, auf dem Weg in die Heimat.
Ich versuche mich zu erinnern, wo mein letzter Bericht sein Ende gefunden hat. Ich muss gestehen: Ich hab keine Ahnung, und hab auch kein Internet, dass meinem leicht angeschlagenen Gedächtnis auf die Sprünge hilft.
Rund um mich spielt sich das alltägliche Flughafenleben ab. Neuseeland liegt schon über 2000 km hinter uns. Wie müde Krieger, wandern wir vollbepackt durch die erneuten Security Checks in Melbourne.
Ich wurde als verdächtig empfunden und einer Untersuchung auf Mitführung von Explosiven Waren hin unterzogen. Ich bin doch nur müde.
Meine Gefühlswelt bewegt sich hin und her zwischen Vorfreude und Wehmut.
Mein Kopf denk an die zurückliegenden 25°C++, und erinnert sich an den Hinweis des Bruders: “zieh dich warm an”, Minusgrade erwarten uns.
Mein Körper, der ist zufrieden mit der kurzen Hose und den neu erstandenen Jandals. Socken warten im Rucksack. Dort werden sie wohl noch eine Weile verbringen.
Meine Haare, ja die drehen ihr eigenes Ding. Dodos aufmunternder Satz dazu war: “Es wird nicht besser”. Da muss ich ihr wieder einmal Recht geben.
Am Flughafen in Auckland haben wir unsere letzten Neuseeländischen Goldmünzen in eine wohltuende Massage gesteckt. Wer diese Massagestühle an Flughäfen auch immer mit großen Augen ansieht, dem kann ich sie nur weiterempfehlen. Dodo wollte gar nicht mehr aufhören, ihr Stuhl auch nicht.
Die Heimat rückt näher und näher. Noch ein Zwischenstop in Dubai und dann betreten wir wieder europäischen Boden. Aber bevor ich weiter nach vorne sehe, will ich euch noch ein bisschen von den vergangenen Tagen bzw. Wochen erzählen.
Ich steig ein in der Weihnachtszeit. Weihnachten hier ist anders. Es weihnachtet trotzdem, irgendwie. Die Häuser werden mehr oder weniger glorreich mit Lichterketten und Lametta beschmückt, Weihnachtsbäume werden oft schon ein Monat vorher aufgestellt. Viele haben sogar echte Bäume, aber sie riechen nicht nach Weihnachten.
Unser perfekt ausgesuchter Platz für den 23. und 24. Dezember war die Gegend rund um den Abel Tasman Nationalpark, wo Gerüchten zufolge das Beste Klima vorherrscht. Wir können diese Gerüchte bestätigen. Während aus anderen Teilen Neuseelands Regenmeldungen kamen, brachten uns der 23 wie auch der 24. Dezember strahlenden Sonnenschein. Über 20°C, strahlend blauer Himmel, goldene Strände, kühler Regenwald. Ja wir haben es genossen, wie ihr vermutlich auch schon aus unserer Videobotschaft entnommen habt.
Ein Geschenk, Weihnachten am Strand.
Wir haben es sogar geschafft, nen katholischen Gottesdienst zu finden, mit einem definitiv sehr unterhaltsamen Priester, der von seiner Weihnachtmette in der Antarktis erzählte.
Abgeschlossen haben wir den Tag mit Barbecue und Telefonaten in die Heimat, während neben uns der Christbaum fröhlich blinkte (Disko-Christbaum).
Nächster Halt war Wellington. Mit Paci und Luki haben wir genau ein Foto von Wellington. Der Mann mit Hund, der blieb auch diesmal nicht aus. Aber diesmal sahen wir auch das Te Papa Museum und fuhren mit dem CableCar den Berg hinauf. Te Papa Museum, war spannend, neben dem Erdbebenhaus, gabs den größten weltweit gefangenen Tintenfisch zu bestaunen. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie froh ich bin, dass es diese Dinger nur ganz ganz ganz weit untem im den tiefsten Meerestiefen gibt. Das Ding hatte lebend Augen so groß wie ein Fußball.
Rotorua, ließen Dodo und ich eher gemütlich angehen. Während Mama und Papa sich die wenig angenehm riechenden aber durchaus faszinierenden geothermischen Quellen gaben, lagen wir im warmen Wasser in einem natürlichen Hot Pool. Natur kann so faszinierend sein!
Die Maori Experience ließen wir auch aus, und kurvten hingegen bei leichtem Regen die langen Luge-Bahnen(Go-Kart ähnlichen) hinunter. Mami und Papi wurden derweil verwöhnt mit guten Hangi, und Maori- Tanzeinlagen. Ich weiß nicht wie sie es dann geschaft hat, aber meine Mutter hat sich dann der falschen Gruppe angehängt und ging noch Kiwis bei Nacht bestaunen, während Papa sich Sorgen machte und sich vom Buschaffeur beruhigen ließ. Mit ein paar Umwegen und unschuldigen “Es tut mir Leid”-Blicken kamen sie dann aber doch noch wohlbehalten zurück.
Ganz rauf bis zum Cape haben wir es auch geschafft, trotz strömenden Regen, und einigen gröber demolierten Vehikel am Straßenrand. Massive Kauritree-Kunstwerke und fröhliche Delphinhorden rundeten die Zeit in den Northlands ab. Das letzte Ziel am Geburtstag meines Vaters hieß Auckland, Skytower. Seafood. Ich bin wahrlich kein Freund der Meerestiere, vor allem wenn dich das kleine orange Ding noch mit großen Augen ansieht. Aber man gewöhnt sich daran, solang es nicht allzusehr nach Meer schmeckt…
Das war dann auch das Ende der Reise gemeinsam mit meinen Eltern. Während Papa schon gemütlich eingeschlummert war, saßen Dodo und ich vor unseren Koffern. Gut, dass unser Zimmer groß war, sonst wär es noch unübersichtlich geworden. Die passenden Fotos dazu gibts hoffentlich bald.
Aber nachdem wir jetzt schon in Dubai am Flugafen sitzen, kann ich es auch stolz verkünden: Wir haben es geschafft, außer ein paar sowieso veralteten Besitztümern, ist alles entweder schon wohlbehalten in Österreich angekommen oder gemeinsam mit uns auf dem Weg. Aber es war knapp.
Unsere letzten Tage waren noch vollgestopft mit Leute treffen, Feuerkwerk ansehen, Dessert-Wein trinken, am Strand relaxen (schwarzer pickiger Sand, ich nehm auch welchen mit nach Hause, unfreiwillig wohlgemerkt ),im warmen See schwimmen, Sanddünen hinterlaufen, in Canyons abseilen und Felsen hinunterspringen (ein wahrlich schöner Abschluss in Neuseelands herrlicher Natur, mit perfektem Wetter versteht sich), und vor allem Abschiede.
Abschied mit der Ungewissheit, ob und wann man sich denn jemals wiedersieht.
Es gäbe noch so viel zu erzählen, wie zum Beispiel die Geschichte vom CanyoningGuide, wo ich mich unheimlich gefreut hab nen Kiwi zu treffen, der Dreads hat, bis ich dann herausfand, dass er Deutscher ist, oder warum Dodo und ich uns langsam wie Zwillinge fühlen, und auch schon so bezeichnet wurden.
Aber ich lass es hiermal dabei sein.
Bald sind wir wieder zuhause. Ich freu mich auf euch. noch ca. 7 h Flug, und das dritte Frühstück in Folge.
Das Leben als Reisender ist schon schön!

